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Perspektiven für Deutschland - 1 Million Autogasfahrzeuge bis 2020 Die Entwicklung wettbewerbsfähiger alternativer Kraftstoffe und Antriebstechnologien ist eine Aufgabe, die nicht den nachkommenden Generationen aufgebürdet werden darf. Dies ist eine der zentralen Positionen im "Fortschrittsbericht 2004", den das Bundeskabinett beschlossen hat. Unter dem Titel "Perspektiven für Deutschland" definiert diese Studie die wichtigsten politischen Leitlinien und Ziele für eine nachhaltige Entwicklung und bewertet in diesem Rahmen auch zukünftige Kraftstoffoptionen. Ein erhebliches Potenzial zur Reduzierung der Schadstoff-Emissionen wird dabei dem Gasantrieb zugeschrieben. Sowohl Flüssiggas als auch Erdgas nehmen nach Einschätzung der Regierung in Zukunft einen zunehmenden Anteil der genutzten Kraftstoff-Varianten ein. Der Deutsche Verband Flüssiggas e. V. (DVFG) begrüßt die Ziel-Definitionen der Bundesregierung, die den Energieversorgern, Kfz-Werkstätten, Tankstellenbetreibern und Fahrzeughaltern klare Perspektiven aufzeigen. Wachsende Nachfrage Der "realistisch betrachtete Marktanteil" von Flüssiggas (Autogas) als Kraftstoff liegt nach Einschätzung des Kabinetts bis zum Jahr 2020 bei 1,5 Prozent. Bezogen auf einen Kraftfahrzeugbestand von ca. 64 Mio., den das Umweltbundesamt für 2020 prognostiziert, werden dann rund 960.000 flüssiggasbetriebene Fahrzeuge auf Deutschlands Straßen unterwegs sein. Die bereits heute auf Verbraucherseite deutlich erkennbare Nachfrage nach Autogas mit einem jährlichen Ausrüstvolumen von mittlerweile etwa 10.000 Fahrzeugen dürfte durch diese von der Politik definierte Zielsetzung zusätzliche Dynamik erhalten. Seit der Mineralölsteuersatzreduzierung für Autogas im Jahr 1995 führte das steigende Interesse bis heute zu ca. 25.000 aufgerüsteten Fahrzeugen und einer Infrastruktur aus zurzeit mehr als 650 öffentlichen Tankstellen. Allerdings hatte sich die Automobilindustrie auf dem deutschen Markt im Gegensatz zu vielen europäischen Ländern mit dem Angebot von werkseitig flüssiggasbetriebenen Fahrzeugen zurückgehalten, weil die Steuerermäßigung bis zum Jahr 2009 befristet ist. Mit der veröffentlichten Prognose der Regierung innerhalb ihrer verkehrs- und umweltpolitischen Zielsetzungen ist nun eine klare Voraussetzung zu einer Fristverlängerung gegeben. Ohne eine Angleichung an die zuvor schon für Erdgas bis 2020 verlängerten Steuersätze wäre das politische Ziel von rd. 1 Million Autogas-Fahrzeugen nicht zu erreichen. Deutschland folgt mit dieser Angleichung auch der Haltung der EU, die Flüssiggas als weltweit führende Kraftstoff-Alternative ausdrücklich zu den förderungswürdigen Konzepten zählt. Ökologische Potenziale Insbesondere unter dem Aspekt eines möglichst schnellen Marktaufbaus mit entsprechender Schadstoffminderung liegen wesentliche Vorteile beim Flüssiggas-Antrieb. Während Erdgas meist erst nach Kauf eines entsprechend ausgestatteten Neuwagens genutzt wird, können die ökologischen Potenziale von Autogas durch die problemlose Ausrüstmöglichkeit schon im Fahrzeugbestand zum Tragen kommen. Das leichtere Handling des Tanks wegen der wesentlich niedrigeren Betriebsdrücke sowie kostengünstigere und schneller amortisierbare Ausrüstungen begünstigen diesen Trend. Den Forderungen der Politik nach einer Sicherung der nachhaltigen Mobilität kommt Flüssiggas also in hohem Maße entgegen. Ein Blick über die Landesgrenzen zeigt: Ohne diese Option auf flüssiggasbetriebene Fahrzeuge würde Deutschland sich verkehrspolitisch ins Abseits stellen. Innovative Antriebskonzepte, so der Fortschrittsbericht des Bundeskabinetts, müssen ins internationale Umfeld passen: "Eine national ausgerichtete Kraftstoffstrategie macht gerade für Deutschland mit seiner in hohem Maße exportorientierten Automobilindustrie und seiner Lage im Herzen Europas keinen Sinn."
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